Keynote: Psychische Belastung von Gesundheitsfachkräften: Von der Diagnose zu den Lösungen
1. Okt. 2026 — 15:30 - 15:50Main Stage
Referenten:

Reformen und Umstrukturierungen im Gesundheitswesen, die auf eine höhere Effizienz abzielen, haben häufig die psychische Belastung von Gesundheitsfachkräften verstärkt. Eine zunehmende Arbeitsverdichtung, Personalmangel und die Neuorganisation von Versorgungsstrukturen führen zu höherem Krankenstand, geringerer Arbeitszufriedenheit und einer wachsenden Zahl von Berufsausstritten.
Forschungsergebnisse zeigen, dass insbesondere Arbeitsüberlastung, Rollenkonflikte und unklare Rollenverteilungen wesentliche Ursachen für Burnout sind. Ärztinnen und Ärzte sind stark betroffen und weisen hohe Burnout-Raten sowie eine geringe Bereitschaft auf, Veränderungsprozesse mitzutragen, wenn sie nicht ausreichend informiert oder einbezogen werden. Pflegefachpersonen arbeiten häufig unter schwierigen Bedingungen, die durch mangelnde Anerkennung, Ängste, chronische Erschöpfung und eine hohe Berufsfluktuation geprägt sind.
Demgegenüber können mitarbeiterorientierte Managementansätze – die auf Partizipation, transparenter Kommunikation, Anerkennung und Kompetenzentwicklung beruhen – die negativen Auswirkungen dieser Belastungen deutlich verringern. Ein partizipativer Führungsstil, der die interprofessionelle Zusammenarbeit, den Dialog und eine Kultur des Zuhörens fördert, ist ein entscheidender Hebel zur Verbesserung der Arbeitsqualität und damit auch der Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung.
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